Lange Nächte in der Sternwarte.. Sternbedeckungsevent
Bekanntlich kommen Hobbyastronomen mit wenig schlaf aus. So war es auch wieder in der Nacht vom 9. Juli auf den 10. Juli.
Ich hatte in den letzten Wochen den Motorfocus und die TeenAstro an unserem Teleskop in Betrieb genommen. Mein Vereinskollege Christian, betreiber einer Remote Sternwarte in Spanien unterstützte mich bei meinen Tests. Mit seiner Erfahrung, vorallem mit der Anwendung N.I.N.A. konnte er mir sehr viel weiterhelfen.
Wir trafen uns um 21 Uhr an der Sternwarte und nahmen diese in Betrieb. Rechner konfigurieren, Updates einspielen, Verbindung zur Steuerung aufbauen usw. Wir waren ganz schön beschäftig konnten aber alles zu unserer zufriedenheit umsetzten.
So ist jetzt ein vernünftiger (immer noch provisorischer) Remotebetrieb möglich.
So gegen Mitternacht kam dann Peter hinzu, er hatte ein Sternbedeckungsevent auf einer Beobachtungsliste. Da wir schon aufgebaut hatten konnte nun das Teleskop später nutzen um seine Messreihe durchzuführen.
Bedeckt wurde der Stern TYC 1218-00501-01 mit 10,2mag im Sternbild Widder. Der Bedeckungskleinplanet Armida mit 15mag sollte sich um 3.56 Uhr vor diesen Stern schieben.
Nach einer technischen Unterweisung konnte sich Peter nun vorbereiten. Wir fuhren in die Region der Bedeckung uns stellt das Teleskop auf einen Referenzstern ein. Hier nutzten wir Platsolving das nun recht gut klappt , die Position exakt zu bestimmen. Als alles vorbereitet war nutzte ich die Zeit, da es erst ca. 2 Uhr war um mich nochmal eine Stunde auf Ohr zu hauen.
Nach diesem Powernapp kroch ich um kurz nach 3 Uhr aus dem Schlafsack hervor. Peter war in zwischen schon mit all seinen weiteren Vorbereitungen fertig. So war nun der Tagetstern hinter dem Baum hervorgewandert. Flux schwenkten wir zu dem Stern. Mit Platsolving positionieren wir ihn genau in die Mitte der Vereinskamera. Jetzt stand der wechsel auf DVTI Cam an. Diese zeichnet sich durch eine hohe FPS und Empfindlichkeit aus. Ebenso verfügt sie über einen GPS Empfänger.
Somit sind kürzeste Belichtungen, bis hinab zu 40ms möglich. Versehen mit der hochgenauen GPS Uhrzeit lässt sich die Bedeckung wissenschaftlich auswerten.
Unsere Messungen werden dann in das SODIS Netzwerk eingespeist, um zu einer besseren Bahnberechnung zu führen. Der Durchmesser des Asterioiden der den Stern bedeckt genauer zu vermessen, ebenso lässt sich die Form besser bestimmen. Wenn man Glück hat endeckt man einen Mond um den Interstellaren Vagabunden.
Die Zeit rückte immer näher. Der Focus war gefunden, die Position nochmal geprüft. Alle erforderlichen Programme initialisiert..
Jetzt hies es warten.
Die Bedeckung sollte ca. 3s dauern und da der Stern recht hell war würde es sicher ein auffälliges Ereignis sein.
Genau um 3.56Uhr verschwand der Stern. Schon intressant wie sich die Anspannung davor gesteigert hat. So kurz dieses Event auch war , danach ging es gleich umtriebig weiter. Die Daten mussten gesichert werden, dann gesichtet. Eine erste schnelle Auswertung.
Ich selbst musste mich dann schon bald verabschieden, die Arbeit ruft. So fuhr ich erschöpft und Müde nach Hause. 1 Stunde Schlaf noch tanken dann gings auch schon weider in die Arbeit…. Ein langer aber erfolgreicher Tag.
Peter baute derweil seine Gerätschaften ab und brachte die Sternwarte in eine sichere Parkposition.
In den nächsten Tagen reichte er die Messdaten dann in der SODIS Datenbank ein. Dort wurden die Daten eine pieer review unterzogen und
https://astro.kretlow.de/cora/observations/sodis/14432/
Tage später konnten unsere Daten veröffentlicht werden. So hat Peter und unsere Sternwarte einen wissenschaftlichen Beitrag geliefert. Und ich konnt auch mit dabei sein 😉 Da sag noch einer Wissenschaft macht nicht spaß 😉







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